Gender Gap-Report: Island auf Platz 1

Dies+Das SonstigesDer jährliche „Gender Gap Report“ zeigt: Von einer Gleichstellung sind wir noch Jahrhunderte entfernt – nicht nur im Job.

Spätestens seit der Fußball-Europameisterschaft ist klar: Wir sollten alle nach Island auswandern. Zumindest wir alle Frauen. Der kleine Inselstaat südlich des nördlichen Polarkreises hat es neben choraler Fangesänge scheinbar auch in punkto Gleichberechtigung richtig drauf.

Schon zum achten Mal in Folge steht der 330.000 Einwohner*innen-Staat auf Platz 1 des „Gender Gap Report“ des Weltwirtschaftsforums. Der Bericht vergleicht jedes Jahr die Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen in 144 Ländern. Schreibt die „Zeit“ HIER.

Österreich: Noch 170 Jahre bis zur Chancengleichheit von Frauen und Männer

Dies+Das SonstigesÖsterreich rutscht beim Thema Frauen-Gleichstellung im internationalen Vergleich weiter ab. Beim aktuellen Global Gender Gap Report belegt das Land nur noch Platz 52, nach Platz 37 im Vorjahr. Für den Vergleich wurden Daten aus 144 Ländern herangezogen, heißt es auf der Homepage des Weltwirtschaftsforums, berichtet der „Kurier“ via APA.

Der  Gender Gap Report gibt auch jedes Jahr an, wie weit der Weg bis zur tatsächlichen weltweiten Gleichstellung von Frauen und Männern geschätzt wird. Im derzeitigen Tempo werde es noch 170 Jahre dauern, bis beide Geschlechter die selben Chancen erhalten. Vergangenes Jahr hatten die Experten noch mit 118 Jahren gerechnet.

Mehr dazu HIER.

Österreich: Berufstätigkeit von Müttern wird immer noch kritisch gesehen

Familie&Beruf42 Prozent der Österreicher unter 45 Jahren sehen eine Erwerbstätigkeit von Müttern kleiner Kinder nach wie vor kritisch. Sie stimmten laut dem Generations and Gender Survey der Ansicht zu, “dass ein Vorschulkind leidet, wenn seine Mutter arbeitet”. Damit liegt Österreich im Mittelfeld von 16 Staaten.

Für ihre Studie “Attitudes towards Parental Employment” verglichen die Demografinnen Isabella Buber-Ennser (Institut für Demographie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften) und Ralina Panova (Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung Wiesbaden) die Einstellungen von mehr als 80.000 Menschen im Alter von bis zu 45 Jahren in 14 europäischen Ländern sowie Australien und Japan.

Hand”. Am kritischsten sahen demnach die Ungarn die Berufstätigkeit von Müttern, Mehrheitsmeinung ist das auch in Georgien, Russland, Bulgarien, Polen und Litauen, am liberalsten sind Estland und Norwegen. In fast allen Staaten standen die Männer berufstätigen Müttern kritischer gegenüber als Frauen, schreiben die Forscherinnen im Newsletter “Demografische Forschung aus erster Hand“, berichtet die „Oberösterreichische Nachrichten“ HIER.

Rechnet sich der Wiedereinstieg ins Berufsleben?

BerufsrückkehrOb sich für Frauen ein Wiedereinstieg in den Beruf rechnet, kann man nun auf der Website des deutschen Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ausrechnen.

Im Text heisst es: „Der Wiedereinstiegsrechner zeigt Ihnen und Ihrer Familie, dass sich Ihr beruflicher Wiedereinstieg lohnt. 
Anhand Ihrer persönlichen Angaben wird zunächst Ihr voraussichtlicher Bruttolohn im Vergleich zu Frauen mit ähnlichen beruflichen Erfahrungen geschätzt. Im Anschluss daran erfolgt die Berechnung des Nettolohnes und der damit zu erwerbenden Rentenansprüche. Diese Berechnungen können Sie auf der Ergebnisseite entsprechend Ihrer persönlichen Pläne zur beruflichen Entwicklung mit Schiebereglern variieren.“

Zum Rechner geht es HIER.

Es gibt auch einen „Elterngeld-Rechner“ (Kinder, die nach dem 1. Juli 2015 geboren sind), den man HIER findet.

Alleinerziehende werden alleine gelassen

AlleinerziehendeAlleinerziehende und ihre Kinder tragen in Deutschland das höchste Armutsrisiko.
Fast 1 Million Kinder in Ein-Elternfamilien leben in Armut – mit allen negativen Auswirkungen auch auf ihre Zukunft. Alleinerziehende, davon sind 90 Prozent Frauen, werden buchstäblich alleingelassen. Ihre Situation hat sich in den vergangenen zehn Jahren verschlechtert statt verbessert. Jeder Cent muss dreimal umgedreht werden, für Freizeitaktivitäten, Kultur, Urlaub oder notwendige Anschaffungen reicht häufig das Geld nicht. Besonders problematisch ist, dass die Hälfte der Kinder von Alleinerziehenden aus verschiedene Gründen keinen Unterhalt des anderen Elternteils erhält. Nicht nachvollziehbar ist, warum der Unterhaltsvorschuss bisher nur für maximal sechs Jahre und höchstens bis zum zwölften Geburtstag des Kindes gewährt wird. Viel zu viele Alleinerziehende und deren Kinder sind auf Hartz IV angewiesen, erklärt die Bundesgemeinschaft kommunaler Frauenbüros. Mehr dazu HIER.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch wichtig für männliche Angestellte

Familie&BerufWie wichtig die Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch für männliche Angestellte ist, zeigt sich daran, dass mehr als neun von zehn Familienvätern (92 Prozent) eine gute Lösung in diesem Bereich als sehr wichtig für ihr persönliches Wohlbefinden erachten, so eine Untersuchung von A.T. Kearney. Allerdings scheint die Bedeutung dieses Themas in vielen Unternehmen noch nicht angekommen zu sein: So glaubt nicht einmal jeder zweite Vater, dass Beschäftigte mit Familienpflichten in ihren Betrieben gute berufliche Möglichkeiten haben. Fast ein Viertel ist sogar der Meinung, dass familiäre Verpflichtungen die Chancen verschlechtern.

Dementsprechend werden auch die bestehenden familienfreundlichen Angebote der Unternehmen zunehmend skeptisch betrachtet. Demnach ist die Zufriedenheit mit diesen Leistungen von 41 Prozent im Jahr 2015 auf nun nur noch 28 Prozent zurückgegangen. Zudem scheinen viele Väter davor zurückzuschrecken, diese Angebote in Anspruch zu nehmen: So ist ein Drittel der Ansicht, dass eine Inanspruchnahme derartiger Leistungen die eigene Karriere gefährden könnte – im Vorjahr teilten lediglich 22 Prozent diese Ansicht. Darüber hinaus glaubt jeder dritte Vater, dass seine beruflichen Leistungen von Vorgesetzten schlechter wahrgenommen würden, falls er Maßnahmen für sich beanspruchen würde. Mehr Infos findet man HIER.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie eine Frage des Work-Life-Balances?

Familie&BerufVereinbarkeit von Beruf und Familie eine Frage des Work-Life-Balances?

Die meisten Probleme bei der Vereinbarkeit von Arbeit und Familie beklagten ausgerechnet Angestellte aus Ländern, wo vergleichsweise wenig gearbeitet wird. Auch nach Einbeziehung von Faktoren, die je nach Land bisweilen deutlich variieren, wie beispielsweise Elternzeitregelungen, Frauenerwerbsquote oder auch Einkommensstrukturen, blieb das Bild unverändert: Aus Ländern mit längeren Arbeitszeiten kommen weniger Berichte über Schwierigkeiten, Beruf und Familie zu vereinbaren, als aus denen mit kurzen.

Für die Autoren liegt das an immer stärker gestiegenen Erwartungen an eine möglichst gute Work-Life-Balance. So wollen gerade in den Ländern, wo über die Jahre die gesetzlich erlaubte maximale Arbeitszeit sukzessive gesenkt wurde, die meisten Arbeitnehmer noch weniger arbeiten.

Mehr dazu HIER.

Neues Gesetz soll zu mehr Lohngerechtigkeit führen

Dies+Das SonstigesEin erster Schritt: Nach langem Ringen hat sich die Große Koalition auf ein Gesetz zur Lohngerechtigkeit von Frauen und Männern geeinigt. Außerdem gab es eine Einigung beim Kindergeld und bei den Steuererleichterungen. Das sind die Ergebnisse des Treffens im Kanzleramt. 

Die Verständigung sieht vor, dass Firmen ab 200 Mitarbeitern künftig gleiche Bezahlung nachweisen und dokumentieren müssen, wie SPD-Fraktionschef Thomas Oppermannnach den Beratungen des Koalitionsausschusses am Donnerstag in Berlin sagte. Ausgenommen würden Betriebe, die gültige Tarifverträge abgeschlossen haben. Mehr dazu HIER.

Ohne Wiedereinstieg ins Berufsleben und ohne Absicherung droht Altersarmut

BerufsrückkehrFinanziell waren viele Frauen über Jahre, manchmal Jahrzehnte, hinweg von ihren Männern abhängig. Der Wiedereinstieg ins Berufsleben wurde nicht vollzogen oder er misslang, nachdem die finanzielle Absicherung durch den Partner aufgrund von Tod, Scheidung, Arbeitslosigkeit oder Erkrankung nicht mehr gegeben war. Auch für die Zukunft ist zu erwarten, dass alleinerziehende Frauen und Männer, die möglicherweise nur in Teilzeit arbeiten, besonders oft von Altersarmut bedroht sein werden. Sowohl ihre Einkünfte als auch ihre Ansparzeiten sind so niedrig, dass die im Alter gewährte Rente in vielen Fällen nicht ausreichen wird, berichtet YES Investmedia und zitiert eine Studie des Statistischen Bundesamts in Deutschland. Mehr dazu HIER.

Geflüchtete Frauen tanken Selbstbewusstsein

Dies+Das SonstigesDen Kompetenzcheck für Flüchtlinge gibt es auch nur für Frauen: In Wien können Frauen sich auf Farsi und Arabisch auf den Arbeitsmarkt vorbereiten.

In diesem Kurs können geflüchtete Frauen Selbstbewusstsein tanken. Der Raum ist von Gelächter erfüllt. Soeben erklärt eine Teilnehmerin des Kompetenzchecks für geflüchtete Frauen, weshalb es keine gute Idee sei, allzu viele Kinder zu bekommen. “Da wird ja dann auch alles schwabbelig”, übersetzt Trainerin Natascha Germane von Farsi auf Deutsch. Auch sie freut sich: “Manche Frauen hier haben anfangs nie gelacht. Die mussten das erst wieder lernen”, sagt sie, während die zwölf Frauen an einer neuen Gruppenaufgabe arbeiten. Ausführliches dazu gibt es HIER.